Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

April 2008

UNESCO-Preis für Pressefreiheit 2008 an Lydia Cacho Ribeiro

Die UNESCO verleiht der mexikanischen Reporterin Lydia Cacho Ribeiro den Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit

Lydia Cacho Ribeiro
Foto © UNESCO

UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura hat am 9. April 2008 bekannt gegeben, dass der diesjährige Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit an die freie Journalistin Lydia Cacho Ribeiro aus Cancun, Mexiko, verliehen wird.

Joe Thloloe, Präsident der aus 14 Journalisten und Herausgebern bestehenden Jury, sowie Presse-Ombudsmann des südafrikanischen Presserates, erläutert die Entscheidung: "Die Mitglieder der Jury waren vom Mut Lydia Cacho Ribeiros beeindruckt, die trotz Todesdrohungen, einem Mordversuch und Rechtsstreitigkeiten weiterhin über politische Korruption, organisiertes Verbrechen und häusliche Gewalt berichtet. Für mich verdienen Journalisten, die das feindliche Umfeld, in dem sie agieren, kennen und weiterhin das rechte tun, indem sie Leser, Zuhörer oder Zuschauer über ihre Gesellschaft informieren, für den Beitrag zur weltweiten Pressefreiheit Anerkennung. Lydia Cacho ist eine solche Preisträgerin."

Lydia Cacho arbeitet für die Tageszeitung La Voz del Caribe. Die 1963 geborene Reporterin enthüllte durch investigativen Journalismus die Beteiligung von Geschäftsleuten, Politikern und Drogenhändlern an Prostitution und Kinderpornographie. Im Jahre 2006 berichtete Lydia Cacho über den gewaltsamen Tod hunderter junger Frauen in der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juárez.

Die Reporterin war bereits zum wiederholten Male Todesdrohungen ausgesetzt und wurde Opfer von Sabotage und polizeilicher Schikane. 2006 erhielt Cacho den Francisco Ojeda Preis für journalistische Courage, im Jahr 2007 den Amnesty International Ginetta Sagan Preis für Frauen- und Kinderrechte.

Der UNESCO/Guillermo-Cano-Preis wird am 3. Mai in Maputo im Rahmen einer Zeremonie zum Welttag der Pressefreiheit an Cacho Ribeiro überreicht. Die Hauptstadt Mosambiks wird zudem Tagungsort einer UNESCO-Konferenz zum Zugang zu Information sein.

Seit 1997 wird der Guillermo-Cano-Preis jährlich von der UNESCO zur Anerkennung der Arbeit eines Individuums oder einer Organisation für die Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit vergeben. Die Kandidaten, die meist unter Einsatz ihres Lebens arbeiten, werden von UNESCO-Mitgliedstaaten und regionalen sowie internationalen Organisationen zur Meinungsfreiheit vorgeschlagen.

Namensgeber des Preises ist der kolumbianische Zeitungsherausgeber Guillermo Cano, der 1987 wegen seiner Berichterstattung über einflussreiche Drogenbarone seines Landes ermordet wurde.

Der mit 25.000 US-Dollar dotierte und durch die Cano und Ottaway Familienstiftungen finanzierte Preis wurde bereits an die folgenden Preisträger verliehen: Anna Politkovskaya (Russische Föderation, 2007), May Chidiac (Libanon, 2006), Cheng Yizhong, (China, 2005), Raúl Rivero (Kuba, 2004), Amira Hass (Israel, 2003), Geoffrey Nyarota (Simbabwe, 2002), U Win Tin (Myanmar, 2001), Nizar Nayyouf (Syrien, 2000), Jesus Blancornelas (Mexiko, 1999), Christina Anyanwu (Nigeria, 1998), Gao Yu (China, 1997).

Weitere Informationen auf der UNESCO Website
World Press Freedom Prize


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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